Feuilleton

Ideologie und Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

Von Michael Demanega

Wieso werden unsere Dörfer und Städte immer hässlicher? Weshalb können und wollen sie uns nicht mehr „Heimat“ vermitteln? Wieso erzeugt moderne Architektur Entfremdung? Architektur ist zuallererst natürlich Geschmacksfrage, doch hinter jedem Stil verbergen sich Weltanschauung, Wertehaltung und Symbolik. Während traditionelle Architektur, wie sie etwa durch einen Bauernhof dargestellt wird, etwas Zeitloses und Organisches und die enge Verbindung zwischen Mensch, Boden und Natur darstellt, hat es immer auch architektonische Hochstile gegeben, die in Anlehnung an den Rationalismus der Antike nach der „perfekten“ Ordnung bei Maßverhältnissen, Säulenordnung, Symmetrie und Ornamentik strebte. Mit alledem will moderne Architektur heute brechen.

Die „proletarische Kultur“, die in Russland zwischen 1917 und 1925 eine Kulturrevolution anstrebte, hatte auch auf Europa weitreichende Auswirkungen. Denn seit den 20er Jahren setzte sich unter dem Einfluss dieser Ideen so etwas wie eine „moderne Architektur“ durch. Der wohl bedeutendste Architekt des 20. Jahrhunderts, Le Corbusier – so der Künstlername des französischen Schweizers Charles-Édouard Jeanneret-Gris – schrieb zu jener Zeit: „Die einzige Tradition von Wert ist die Tradition der Russen: die Tradition der Revolution… Jede Drehung einer Maschine ist eine augenblickliche Wahrheit… Der Mensch ist ein geometrisches Tier… Der Regionalismus ist verwerflich… Lenin ist der Held unserer Zeit…“

Der Berliner Architekt Walter Gropius begründete schließlich 1919 in Weimar das „Bauhaus“ als Kunstschule, der es um die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Künstlern und Handwerkern, die Aufhebung gesellschaftlicher Unterschiede sowie um „Verständnis“ zwischen den Völkern ging. Architektur sollte als „Gesamtkunstwerk“ mit allen anderen Künsten verbunden werden. Gropius untermauerte seinen Standpunkt mit den Worten: „Die Menschen haben keine natürliche Bindung an Grund und Boden… Einfamilienhäuser stellen keine praktische Alternative bei der Erfüllung der Bedürfnisse des modernen Wohnens dar… Das Wohnen in Hochhäusern bietet soziale und kulturelle Vorteile, denn sie vervielfältigen die Möglichkeit zu Begegnung, Kennenlernen und gesellschaftlichem Verkehr.“

1933 wurde das „Bauhaus“ zur Schließung gezwungen. Spätestens mit der Emigration zahlreicher Vertreter in die USA konnte der „moderne Stil“, der seine Anfänge in Deutschland, Holland und in der Sowjetunion hatte, zum „Internationalen Stil“ und weltweit prägend werden. Die charakteristischen Kennzeichen dieses „modernen“ oder „internationale Stils“, der eigentlich kein Stil, sondern Stillosigkeit, Formlosigkeit und Entortung bezeichnet, sind:

  • Wohnen als etwas Maschinell-Dynamisches: Wohnen sollte in der Industriegesellschaft als etwas Befristetes, Kurzfristiges und Wechselhaftes aufgefasst werden.
  • Moralische Standpunkte und Moralismus: Die Architektur der „Moderne“ ist laut ihren Protagonisten in Materialwahl und Formensprache die einzige „ehrliche“ Architektur, weil sie sie sich bedigungslos zum Industriezeitalter, zum Fortschritt und zum Prinzip „Form vor Stil“ bekenne.
  • Funktionalismus, Rationalismus, „Sachlichkeit“: Mensch und Wohnraum wurden durchsystematisiert, normiert und in Zahlen gefasst.
  • Standardisierung, Massenanfertigung, Massenwohnen: Bauprodukte sollten mittels Serienanfertigung durch die Großindustrie produziert werden, einerseits um kostengünstig liefern zu können, andererseits um das traditionelle Handwerk zu zerschlagen und das Wohnen in Massenwohnanlagen zu propagieren, das im Sinne linker Gesellschaftsutopien „besser“ sei.
  • Entortung und Entfremdung: Bauen sollte fernab jeglicher Bindung an Grund und Boden von sich gehen und etwas völlig Neues ohne traditionelle Bindung schaffen. Das tektonische Prinzip, also der klare Aufbau eines Gebäudes von der Gründung bis zum Dach, sollte verworfen werden. Insbesondere das Flachdach wurde nicht etwa aus praktischen, sondern aus ideologischen Gründen eingesetzt.

Dekonstruktivismus und Minimalismus

In der 2. Hälfte des 20.  Jahrhunderts folgten vorerst kaum neue architektonische Impulse. An die Stelle identitätsstiftender Gebäude traten Wüsten aus Stahl, Glas und Beton. Das geschah nicht nur aus Kostengründen oder für den zügigen Wiederaufbau zerbombter Städte. Zahlreiche Architekten – auch solche, die für das Dritte Reich geplant hatten – wollten einer „neuen Zeit“ angehören und ihren internationalen Kollegen stilistisch in nichts nachstehen.

Geprägt durch die Architektur der USA der 60er-Jahre kann man ab den 80er-Jahren allerdings von einer „Postmoderne“ sprechen. Die Grundsätze, nämlich Internationalismus und Entortung, blieben die gleichen, man setzte aber wieder verstärkt Ornamente ein, wenn auch willkürlich und ohne regionalen und traditionellen Bezug. Spricht man heute von „modernem“ Bauen, so kann man im Wesentlichen zwischen folgenden zwei Stilrichtungen unterscheiden:

  • „Dekonstruktivismus“: Diese Architekturform will Konstruktionen aufreißen, ihre Konstruktionselemente sichtbar machen und die Form von ihrer Funktionalität abtrennen. Die Bauwerke sind asymmetrisch und wirken instabil. Vermittelt werden sollen Bewegung und Dynamik. Bekannt sind etwa die Planungen der aus dem Irak stammenden Architektin Zaha Hadid, die in Wien der neuen Wirtschaftsuniversität ihr Gesicht verliehen hat.
  • „Minimalismus“: Kennzeichen ist die Einfachheit der Formensprache und der Verzicht auf Dekoration und Ornamentik. Die Gebäude haben meistens eine kubische Form und sind in sich verschlossen und introvertiert.

Beide Varianten zeitgenössischen Bauens entsprechen dem „modernen“ oder „internationalen“ Stil. Dieser Stil ist überall auf der Welt ähnlich, er stellt keine Beziehung zur Umgebung her, will Funktionalismus und „Sachlichkeit“ verkörpern und wähnt sich deshalb als moralisch etwas „Besseres“ und Überlegenes.

Alternativen gegen die Moderne

Scheint moderne Architektur heute auch scheinbar „alternativlos“ zu sein, so hat es von Anfang an tatkräftigen Widerstand und Alternativen gegeben. So entwickelte sich in den 20er Jahren in der Weimarer Republik etwa der Backsteinexpressionismus als moderne Architekturbewegung. Im Backstein sollten sich die Landschaft und der Boden versinnbildlichen. So gesehen handelte es sich um einen „Kompromiss“: Die Verbindung neuer ästhetischer Formen mit einem traditionellen und heimatlichen Baumaterial. Insbesondere in Hamburg sind zahlreiche „moderne“ Bauwerke im Backstein-Stil entstanden. Dass es dabei durchaus auch um ideologische Standpunkte ging, bezeugen Wortgefechte zwischen Vertreter der Bauhaus-Moderne einerseits und Vertretern des Backsteinexpressionismus andererseits.

Heute gibt es beim Bauen zumindest wieder einige positive Ansätze. Unter dem Einfluss eines neuen Regionalismus wird immer öfter auf Nachhaltigkeit gesetzt und es kommen verstärkt möglichst naturnahe, regionale Baustoffe zum Einsatz. Tatsache ist aber, dass moderne Architektur im Bereich der so genannten „Stararchitektur“ alternativlos bleibt. Es sind nahezu keine Architekten bekannt, die von der Stilistik der Moderne abweichen und sich an traditionellen Stilrichtungen orientieren würden. Was fehlt, ist eine intellektuelle Debatte über Sinn und Unsinn modernen Bauens und über „gute“ und „schlechte“ Architektur. Denn Architektur muss dem Grundbedürfnis des Menschen nachkommen, Wohnräume zu schaffen, in denen ein Gefühl von „Heimat“ wahrgenommen werden kann. Dazu ist es notwendig, dass Architektur eine Einheit bildet mit Landschaft, Boden, Raum, Kultur, Menschen und der Identität eines Ortes. Das ist es, was Qualitäts-Architektur ausmacht.

Modernes Bauen ist freilich anforderungsspezifisch einzusetzen. Kann es nämlich bei Industriebauten durchaus sinnvoll sein, auf moderne, dynamische und maschinelle Formen zurückzugreifen, verhält es sich in anderen Bereichen anders. Nämlich dort, wo Architektur Wohnräume schafft. Wichtig ist eine Auseinandersetzung mit Architektur und eine ideengeschichtliche Diskussion über Ästhetik, Architektur und Bauen. Durch Bauen wird nämlich auch eine Identität geschaffen, die den Eigenen, den Fremden und den künftigen Generationen etwas ausdrücken und mitgeben kann.

Michael Demanega ist studierender Bauingenieur war von 2012 bis 2014 Generalsekretär der Südtiroler Freiheitlichen.

Kommentare

Unser Herr Bundespräsident (links)

Von Jörg Mayer

Alexander Van der Bellen wird ein Präsident für alle in Österreich lebenden Menschen sein.  „Eh klar“ – um in seinen eigenen Worten zu sprechen. Nun war das zurückliegende Jahr 2016 wenig ermutigend für das österreichische Volk. Der Wahlkampf sei aber „großteils ganz gemütlich“ gewesen,  meint unser neuer Bundespräsident. Man darf es ihm gönnen, wenigstens er hatte also eine lauschige Zeit. Das schlug sich denn auch im vordergründig versöhnlichen Stil seiner Antrittsrede nieder, die in den Medien ein freundliches Echo fand.

Tatsächlich waren Van der Bellens Worte bei seiner Angelobung aber hochpolitisch: Sie waren ein klares Bekenntnis zum uneingeschränkten Globalismus, wie er gerade von immer mehr Nationen zurückgewiesen wird. Folgerichtig prangerte VDB denn auch den neuen Nationalismus an und belegte die Resistenz gegen mancherlei Superstaats-Bestrebungen mit dem historischen Schmähwort der „Kleinstaaterei“. Die EU nannte er trotz der unleugbaren radikal-islamischen Terrorgefahr einen Raum des Friedens, trotz ihrer maßlosen Regulierungswut einen Raum der Freiheit und trotz ihrer Stagnation in Schuldenkrise und Arbeitslosigkeit einen Raum des Wohlstands. Das sollte uns begeistern, wir hatten schon lange keinen Visionär mehr als Bundespräsidenten.

Dass VDB die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Solidarität im Sinne der Französischen Revolution hochhielt, wie der ORF berichtete, muss nicht gleich zu dem Gedanken führen, was die seinerzeitigen Jakobiner als ideologische Vorväter der heutigen Linken darunter so alles verstanden. VDB ist zwar ein Linker, aber in seinem Charakter einerseits zu gemäßigt, um linke Umtriebe allzu sehr zu fördern, und andererseits selbst nicht aktiv genug, um Österreich zum Nachteil zu verändern. In Wahrheit wird VDB überhaupt keinen wirklichen Unterschied in der österreichischen Politik ausmachen. Das wird sich schon zeigen, wenn er das traditionsgemäße Rücktrittsangebot unserer sinnlosen rot-schwarzen Bundesregierung ausschlägt. Diese Regierung, die seit 10 Jahren mit sich selbst beschäftigt ist und für Österreich nie etwas Substanzielles geleistet hat, wird von VDB trotz ihrer völligen Handlungsunfähigkeit weiter im Amt belassen werden.

Denn genau das ist sein Programm für die nächsten 6 Jahre: Alles soll möglichst so weitergehen wie bisher, halt mit ein paar „notwendigen Entscheidungen und Ergebnissen“. Daher haben SPÖ und ÖVP vom neuen Bundespräsidenten auch nichts zu befürchten, denn außer „Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute!“ fiel VDB wenig ein zu den 10 vergeudeten Jahren unter SPÖ und ÖVP. Die Österreicher haben mit ihm wiedermal einen Wohlfühl-Bundespräsidenten gewählt – in dem irrigen Glauben, wenn man die Augen nur ganz fest vor der globalen Wirklichkeit verschließe und sich vorstelle, man wohne auf einer Insel der Seligen, dann würde dies auch so sein. Nie fehlte ein Mann mit Realitätssinn wie Norbert Hofer so sehr wie in diesen Tagen.

Ja, Österreich hat mit der Bundespräsidentenwahl eine riesige Chance verspielt, wird so mancher heute denken, und die Medien hatten ihren Anteil daran, als sie Norbert Hofer so lange als Beelzebub an die Wand malten, bis die Österreicher lieber einen aspirations- und ideenlosen Grüß-Gott-August wählten, als sich den Problemen des Landes zu stellen. Dass sie damit in einer Zeit, in der sich die Politik des linken Establishments an allen Ecken und Enden als destruktiv erwiesen hat, für einen politischen Linksrutsch gestimmt haben, lässt sich nur so begreifen, dass unser Land tatsächlich gespalten ist: zwischen einer hart arbeitenden Minderheit, die jene linke Politik ausbaden muss, und einer knappen Mehrheit an Globalisierungsgewinnlern, die den Missachteten zuruft, sie sollen doch einmal veganen Kuchen essen und endlich politisch korrekt sein.

Gleichwohl gelangte VDB nur unter Aufbietung aller Beharrungskräfte des Systems in sein neues Amt. Selbst die Gefahr eines „Öxit“ musste man geradeheraus erfinden, um den Wählern Angst vor Nobert Hofer zu machen. Doch Angstmachen funktioniert nicht für immer: Die blaue Revolution wird kommen, weil sie kommen muss. Weil 10 Jahre rot-schwarzer Stillstand und Niedergang genug gewesen sind. Und weil unsere Gesellschaft längst die technologischen, biologischen und ökonomischen Herausforderungen der Zukunft meistern sollte, anstatt ihre Potenz in der Vermittlung von Grundschul-Inhalten an Asylwerber zu vergeuden und in ihren Salons die Kombinierbarkeit einer 3rd-wave-feministischen mit einer korangemäßen Lebensführung zu erörtern.

Aber vielleicht ist das unterschwellige Wissen um die Notwendigkeit einer baldigen FPÖ-Regierung auch der Grund, warum unsere Medienvertreter sogar am Tag der Angelobung ihres geliebten Alexander Van der Bellen nichts Besseres zu tun fanden, als sich damit zu beschäftigen, dass die FPÖ-Abgeordneten bei der Angelobung des neuen Bundespräsidenten nicht lange genug geklatscht hätten. Es hieß, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe den Applaus verweigert und zeige damit, was für ein schlechter Verlierer er sei. Die Bilder sprechen freilich eine andere Sprache und dokumentieren, dass sich sehr wohl alle Abgeordneten zum Applaus erhoben haben, und auch Strache hielt fest, dass man natürlich geklatscht habe. Nur „für drei Minuten Jubel“ habe man eben keinen Grund gesehen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Feuilleton

Antrittsrede des 45. US-Präsidenten Donald J. Trump

Donald J. Trump ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Doch der Kampf der Mainstream-Medien gegen ihn – nachzulesen hier – hat mit seiner Vereidigung nicht nachgelassen, sondern wird nur umso härter geführt. Seine Antrittsrede sei erschreckend, düster und kriegerisch gewesen, hieß es, und sein Programm wäre geradezu eine Gefahr für die Welt. Wir finden: Die Bürger sollen sich selber einen Eindruck davon machen. Darum haben wir die Antrittsrede des neuen US-Präsidenten sorgfältig und nah am Wortsinne ins Deutsche übersetzt, um ihren Wortlaut möglichst vielen interessierten Lesern zugänglich zu machen:

„Gerichtshofpräsident Roberts, Präsident Carter, Präsident Clinton, Präsident Bush, Präsident Obama, meine amerikanischen Mitbürger und Bürger dieser Welt: Danke!

Wir, die Bürger Amerikas, sind nun in einer großen nationalen Anstrengung vereint: unser Land wiederaufzubauen und seinem Versprechen an unser Volk wieder Gültigkeit zu geben. Gemeinsam werden wir den Kurs Amerikas und der Welt auf Jahre hinaus bestimmen. Wir werden Herausforderungen gegenüberstehen. Wir werden Beschwernissen begegnen. Aber wir werden den Job erledigen.

Alle vier Jahre versammeln wir uns an diesen Stufen, um die geordnete und friedliche Übergabe der Macht zu vollziehen, und wir sind Präsident Obama und First Lady Michelle Obama dankbar für ihre großzügige Hilfe bei diesem Amtsübergang. Sie waren großartig.

Doch die heutige Feier hat eine besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an eine andere, oder von einer Partei an eine andere – wir übertragen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch zurück, an das amerikanische Volk.

Zu lange hat sich eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unserer Nation am Staat bereichert, während das Volk die Kosten getragen hat.  Washington blühte auf, aber das Volk hatte keinen Anteil am Wohlstand. Den Politikern ging es fein, aber die Arbeitsplätze verschwanden und Fabriken sperrten zu. Die Führungsschicht schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres Landes. Ihre Siege waren nicht eure Siege, ihre Triumphe waren nicht eure Triumphe, und während sie in unserer Hauptstadt feierten, gab es für hart arbeitende Familien überall in unserem Land wenig zu feiern.

All das ändert sich nun, gleich hier und jetzt, denn dieser Moment ist euer Moment: Er gehört euch. Er gehört allen, die hier und heute versammelt sind, und allen, die in ganz Amerika zuschauen. Dies ist euer Tag. Dies ist eure Feier. Und dies, die Vereinigten Staaten von Amerika, ist euer Land.

Worauf es wirklich ankommt, ist nicht, welche Partei den Staat führt, sondern ob der Staat vom Volk geführt wird. Man wird sich des 20. Jänners 2017 erinnern als jenes Tages, an dem das Volk wieder zum Machthaber der Nation wurde. Die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes werden nicht länger vergessen sein. Jeder hört euch jetzt zu.

Ihr seid zu Zehnmillionen gekommen, um Teil einer geschichtsträchtigen Bewegung zu werden, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat. Im Mittelpunkt dieser Bewegung steht eine entscheidende Überzeugung: dass eine Nation besteht, um ihren Bürgern zu dienen. Amerikaner wollen großartige Schulen für ihre Kinder, sichere Nachbarschaften für ihre Familien und gute Arbeitsplätze für sich selbst. Das sind rechtmäßige und begründete Forderungen eines rechtschaffenen Volkes.

Doch für zu viele unserer Bürger herrscht eine andere Wirklichkeit vor: Mütter und Kinder, die in Problemvierteln in Armut gefangen sind. Verrostete Fabriken, die über die Landschaften unserer Nation wie Grabsteine verstreut sind. Ein Bildungswesen, das mit Geld überschwemmt ist, aber unsere jungen und bewundernswerten Schülern und Studenten das Wissen vorenthält. Verbrechen und Banden und Drogen, die zu viele Leben gestohlen haben und unser Land so vieler unverwirklichter Möglichkeiten beraubten. Dieses amerikanische Massaker wird hier und jetzt enden.

Wir sind eine Nation – und deren Pein ist auch unsere Pein. Ihre Träume sind unsere Träume. Und ihr Gelingen wird unser Gelingen sein. Wir teilen ein Herz, eine Heimat und eine glorreiche Vorsehung. Der Amtszeit, den ich heute leiste, ist ein Treueid an alle Amerikaner.

Viele Jahrzehnte lang haben wir ausländische Industrien auf Kosten der amerikanischen Industrie bereichert, haben die Heere anderer Länder bezuschusst, während wir den so traurigen Abbau unseres eigenen Militärs zuließen. Wir verteidigten anderer Nationen Grenzen, während wir es ablehnten, unsere eigene zu verteidigen. Wir gaben Tausende Milliarden an Dollars auf der anderen Seite des Meeres aus, während Amerikas Infrastruktur in Baufälligkeit und Ruin verfiel. Wir haben andere Länder reich gemacht, während sich Wohlstand, Stärke und Zuversicht unseres Landes über dem Horizont auflösten.

Einer nach dem anderen sperrten die Betriebe zu und verließen unsere Gestade, ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Millionen und Abermillionen amerikanischer Arbeiter, die zurückgelassen wurden. Der Wohlstand unserer Mittelklasse wurde aus den Häusern gerissen und dann in die weite Welt umverteilt.

Doch das ist die Vergangenheit. Heute blicken wir nur in die Zukunft. Wir, die wir hier und heute zusammengekommen sind, geben nunmehr eine neue Anordnung aus, auf dass sie in jedem Städtchen, jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum gehört werde. Von diesem Tag an wird eine neue Vorstellung unser Land beherrschen. Von diesem Augenblick an heißt es: Amerika zuerst!

Jede Entscheidung beim Handel, bei den Steuern, bei der Einwanderung, bei den Außenbeziehungen, wird so ausfallen, dass sie amerikanischen Arbeiter und amerikanischen Familien zugutekommt.  Wir müssen unsere Grenzen vor den Verheerungen schützen, die jene Länder anrichten, die unsere Produkte erzeugen, unsere Betriebe stehlen und unsere Arbeitsplätze vernichten. Die Schutzmaßnahmen werden zu großem Aufschwung und Stärke führen.

Ich werde mit jedem Atemzug in meinem Körper für euch kämpfen – und ich werde euch niemals im Stich lassen. Amerika wird wieder anfangen zu gewinnen, gewinnen wie niemals zuvor. Wir werden unsere Arbeitsplätze zurückbringen. Wir werden unsere Grenze zurückbringen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Und wir werden unsere Träume zurückbringen.

Wir werden neue Straßen bauen, und Autobahnen, und Brücken, und Flughäfen, und Tunnels, und Bahnstrecken quer durch unsere wundervolle Nation. Wir werden unser Volk von der Sozialhilfe runterholen und wieder an die Arbeit bringen – unser Land wiedererrichten mit amerikanischen Händen und amerikanischer Arbeitskraft. Wir werden zwei einfachen Regeln folgen: Amerikanisch kaufen und Amerikaner einstellen.

Wir werden die Freundschaft und das Wohlwollen der anderen Nationen auf der Welt suchen – aber wir werden dies tun in der Einsicht, dass es das Recht aller Nationen ist, ihren eigenen Vorteil voranzustellen. Wir werden nicht danach trachten, unsere Lebensweise jemandem aufzuzwingen, sondern sie vielmehr als ein Beispiel leuchten lassen für alle, ihm zu folgen. Wir werden alte Bündnisse bekräftigen und neue eingehen – und die zivilisierte Welt gegen den radikalen islamischen Terrorismus vereinen, den wir zur Gänze vom Antlitz der Erde vertilgen werden.

Der Fels unserer Staatsführung wird die völlige Treue zu den Vereinigten Staaten von Amerika sein, und durch die Ergebenheit zu unserem Land werden wie die Ergebenheit zueinander wiederentdecken. Wenn man sein Herz der Vaterlandsliebe öffnet, gibt es keinen Raum für Vorurteile.

Die Bibel sagt uns, wie gut und wohlgefällig es ist, wenn Gottes Volk in Einheit zusammenlebt. Wir müssen unsere Gedanken offen aussprechen, unsere Meinungsverschiedenheiten aufrichtig verhandeln, aber stets den Schulterschluss suchen. Wenn Amerika geeint ist, ist Amerika ganz unaufhaltsam.

Furcht sollte es dabei nicht geben. Wir sind behütet und wir werden stets behütet sein. Wir werden behütet von den großen Männern und Frauen unseres Militärs und unserer Gesetzeshüter, und am wichtigsten: Wir werden behütet von Gott.

Zuletzt müssen wir groß denken und noch größer träumen. In Amerika verstehen wir, dass eine Nation nur lebt, solange sie etwas erstrebt. Wir werden nicht mehr länger Politiker hinnehmen, die nur reden und nichts leisten, die sich ständig über irgendetwas beschweren, aber nie etwas dagegen unternehmen. Die Zeit für leeres Gerede ist vorbei. Jetzt hat die Stunde der Tat geschlagen.

Lasst euch von niemandem erzählen, es könne nicht getan werden. Keine Herausforderung kann sich mit dem Herzen und dem Kampfgeist Amerikas messen. Wir werden nicht scheitern. Unser Land wird wieder erblühen und gedeihen. Wir stehen an der Geburt eines neuen Jahrtausends, bereit die Geheimnisse des Weltraums zu entschlüsseln, die Erde vom Elend der Krankheiten zu befreien und die Energiequellen, Industrien und Technologien von morgen nutzbar zu machen.

Ein neuer Nationalstolz wird unsere Seelen bewegen, unsere Blicke erheben und unsere Spaltungen heilen. Es ist an der Zeit, sich auf die alte Weisheit zu besinnen, die unsere Soldaten nie vergessen werden: Ob wir nun eine schwarze, braune oder weiße Hautfarbe haben, wir alle bluten das gleiche rote Blut der Patrioten, wir alle genießen dieselben herrlichen Freiheiten und wir alle grüßen dieselbe großartige amerikanische Flagge.

Und ob ein Kind nun in den Vororten von Detroit oder in der windgepeitschten Ebene Nebraskas geboren ist, beide blicken sie hoch zum selben Nachthimmel. Sie füllen ihr Herz mit denselben Träumen. Und beiden hat den Lebensodem eingeflößt derselbe allmächtige Schöpfer.

Alle Amerikaner, in jeder Stadt, ob nah oder fern, ob klein oder groß, von Berg zu Berg und von Meer zu Meer, hört also diese Worte: Man wird euch nie wieder missachten. Eure Stimme, eure Hoffnungen, eure Träume, sie werden unser amerikanisches Geschick bestimmen. Und euer Mut und eure Güte und Liebe werden uns für immer auf diesem Wege lenken.

Gemeinsam werden wir Amerika wieder stark machen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen. Und ja, gemeinsam werden wir Amerika wieder großartig machen.

Ich danke euch, Gott segne euch und Gott segne Amerika.“

 

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Donald Trump der Schröckliche

Von Jörg Mayer

Wer heute in Echtzeit erleben möchte, wie Fake News entstehen, kommt nicht um Donald J. Trump herum – oder besser gesagt: um seine Gegner. Erst jüngst tingelte die Schock-Meldung durch die Mainstream-Medien, „die Russen“ hätten kompromittierendes Material über eine Sexaffäre Trumps mit russischen Prostituierten und würden ihn damit erpressen. Die ganze Geschichte, von ein paar Witzbolden auf 4chan erfunden, wurde von BuzzFeed aufgegriffen und von CNN in die ganze Welt getragen. Noch eine Woche, nachdem der Betrug in den USA längst allgemein bekannt war, bekam der Autor dieser Zeilen die Behauptung im deutschsprachigen Microsoft-Network-Newsfeed präsentiert. Das macht sprachlos.

Doch eigentlich sollte es nicht verwundern, offenbart ein Blick auf die letzten Monate den Spin der Mainstream-Medien ja allzu deutlich: Egal was Donald Trump sagt (oder nicht sagt), getan hat (oder nicht getan hat), immer macht ihn irgendetwas daran untragbar. Man erinnere sich nur an die Wahlkampf-Debatten: Agierte er zurückhaltend und höflich, hieß es, er sei in die Defensive gedrängt gewesen. Verteidigte er sich hingegen mit klarer Kante gegen die mediale Schmierenkampagne und den vorherrschenden Doppelstandard, hieß es, Trump argumentiere unter der Gürtellinie und wolle die Medien mundtot machen. So oder so, Donald Trump hätte sich am besten den ganzen Tag für alles und jedes entschuldigen sollen.

Dabei kontrollierten sich die Mainstream-Medien sogar selbst: Als etwa Moderator Matt Lauer beim Commander-in-Chief-Forum Hillary Clinton kritische Fragen stellte, wurde seine Gesprächsführung tagelang heftig attackiert. Allen weiteren Moderatoren war damit klargemacht: Kritische Fragen sind ausschließlich Donald Trump zu stellen – und brav haben sie es auch gemacht. CNN entblödete sich nicht einmal, eine Gruppe von mehrheitlich Demokraten eine TV-Debatte bewerten zu lassen und dies als repräsentatives Sample zu verbreiten, das in Europa dann natürlich rauf und runter zitiert wurde. Ein besonders leuchtendes Exemplar für den hohen journalistischen Standard des Hauses war auch Donna Brazile, von der die Fragen der zweiten TV-Debatte vorab an Hillary Clinton übermittelt wurden.

Natürlich wurden die Nachrichten aus den USA in den deutschsprachigen Medien noch einmal gefiltert, damit auch wirklich niemand auf dumme Gedanken käme. Schnitt Donald Trump in den Zuschauerbefragungen besser ab, hieß es in deutschen Medien trotzdem: „Hillary Clinton gewann die Debatte souverän!“, „Noch ein peinlicher Auftritt von Donald Trump!“, „So wurde Trump in nur drei Sätzen vernichtet!“ usw.usf. Als Trump zu allem Überdruss noch die Meinung kundtat, dass sich Clinton wegen Korruption vor Gericht verantworten müsste, verfielen die Mainstream-Medien vollends in hysterische Schnappatmung. Er enttarne sich als Demokratiefeind, der politische Gegner beseitigen will, hieß es prompt – ganz so, als wollte irgendjemand auf der Welt Hillary Clinton dafür einsperren, dass sie Demokratin sei, und nicht dafür, dass sie von Kopf bis Fuß korrupt ist.

ORF gegen Trump

Auch der Österreichische Rundfunk reihte sich anstandslos in die Phalanx gegen Trump ein. So titelte er: „Trump bleiben nur noch Untergriffe!“ und verbat sich damit schon in der Überschrift jede Kritik an Frau Clinton. Ihres Ehemannes mutmaßliche Sex-Opfer waren laut ORF „Frauen, die laut eigenen Aussagen Affären mit Bill Clinton hatten“, sie öffentlich zu Wort kommen zu lassen war für den ORF ein „Ausschlachten von Clintons Privatleben“. Inhaltlich erwähnte der ORF keine einzige Aussage von Trump ganz, nur allerkürzeste, sinnbefreite Soundbites. „Dazu kam wieder eine erkleckliche Anzahl nachweisbarer und auch schon nachgewiesener Lügen. All das mit Absicht.“ – so das Zwischenfazit. Derart kann man „Berichterstattung“ natürlich auch betreiben.

Die mögliche „Veröffentlichung kompromittierenden Materials über Clinton“ erwähnte der ORF nach der Bemerkung, es seien von Trump „noch weitere Griffe in den Schmutzkübel zu erwarten“ – und vor der Ankündigung, dass Fox-News-Moderator Chris Wallace die Leitung der letzten TV-Debatte nicht dahingehend interpretieren wolle, „Aussagen darin auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen“. Der Leser wurde also zu dem Gedanken geführt, dass die von Wikileaks zugänglich gemachten Beweisdokumente als Lügen über Clinton einzuschätzen seien, die von den Trump-freundlichen Medien aber nicht richtiggestellt würden. Noch unverfrorener kann man Tatsachen nicht auf den Kopf stellen.

Einem Moderator sein Bekenntnis zur Unparteilichkeit sogar zum Vorwurf zu machen und als journalistisch-ethisches Defizit anzuprangern, ist aber geradezu bezeichnend für eine Klasse, die sich nicht mehr als Berichterstatter von Fakten, sondern als Politbüro zur Volkserziehung versteht. So erweist sich das von linker Seite vehement eingeforderte Fact Checking schnell als bequemer Freibrief für die Mainstream-Medien, sich um Überparteilichkeit und Ausgewogenheit gar nicht mehr scheren zu müssen.

Gewählt ist gewählt

Doch es nutzte alles nichts, Donald J. Trump wurde endlich doch zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. 99% sollte laut renommierter New York Times die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges von Hillary Clinton betragen. Eingetreten ist das verbliebene 1%. Dieselben Medien nun, die vor der Wahl allesamt völlig danebengelegen hatten, erklärten uns jetzt nach der Wahl genau, wer aller warum genau Trump gewählt hatte: lauter alte, weiße Arbeitermänner, weil sie dumme Verlierer, Sexisten und Rassisten sind. Das Establishment verarbeitete seine Niederlage mittels voter shaming, obwohl die Wahlmotive offenkundig waren. Denn Trump reüssierte ja tatsächlich in der arbeitenden Mittelschicht, weil er viele Stimmen von jenen gewann, die letztes Mal Barack Obama gewählt hatten. Gleichzeitig gewann er aber auch die Mehrheit der weißen Frauen für sich und lag wesentlich besser bei Latinos und Schwarzen als Mitt Romney noch vor 4 Jahren. All das passte freilich nicht ins Narrativ der Medien, die nur ihre eigenen Wunschvorstellungen analysierten.

Gleich nach Trumps Wahlsieg nahmen die Medien schließlich das FBI unter Beschuss, weil es sich erdreistet hatte, gegen Kandidatin Clinton zu ermitteln. Daraufhin folgte ein Lamento über das Wahlsystem, begleitet von Versuchen, die Wahlleute persönlich unter Druck zu setzen. Das größte mediale Schmierentheater war aber zuletzt die Neuauszählung in drei von Trump gewonnen Staaten. Dieselben Medien, die Trump vor der Wahl dafür abwatschten, dass er Wahlfälschung überhaupt für möglich hielt, ergingen sich nach der Wahl selbst in den abstrusesten Wahlfälschungs-Theorien.

Die Neuauszählungen brachten natürlich überhaupt nichts Substanzielles zutage, außer einigen Hundert Stimmen, die gar noch von Clinton zu Trump wanderten. Nur der Grünen-Kandidaten Jill Stein bescherte die Posse landesweit mediale Aufmerksamkeit: In wenigen Tagen lukrierte sie mehr Spendengelder als in ihrem ganzen Wahlkampf und gelangte damit an die wertvollen Kontaktdaten von Clinton-Unterstützern. Das waren die wahren Hintergründe ihrer Wahlanfechtung, eifrig beklatscht vom medialen Establishment.

Im Westen nichts Neues

Als sich auch der Wahlfälschungs-Spin als Humbug herausstellte, kamen die Mainstream-Medien auf die gloriose Idee, nun Vladimir Putin und irgendwelche Hacker dafür verantwortlich zu machen, die US-Wahl „beeinflusst“ zu haben. Dass Clinton selbst mit ihrem privaten e-mail-Server den Hackern sensibles Material geradezu auf dem Teller serviert hatte, spielte genauso wenig eine Rolle wie ihre Wahlkampffinanciers aus aller Herren Länder – bis nach Saudi-Arabien. Nun mögen Trumps Geschäftspraktiken auch keiner großen Ehren wert und seine Charakterdefizite offensichtlich sein. Gleichwohl war es faszinierend anzusehen, wie frei von allen Hemmungen die Mainstream-Medien jede noch so dümmliche Meldung heraushauten, um Trump noch irgendwie anzupatzen.

So gab es nicht wenig Häme dafür, dass der berühmte Neurochirurg Ben Carson für einen Ministerposten abgesagt habe. Kurz darauf stellte Trump ihn als neuen Minister vor. Von einer Rebellion hochrangiger Republikaner gegen Trump wurde schwadroniert. Am Ende waren es die altbekannten John McCain und Lindsey Graham. Selbst als Trump bloß mit der demokratischen Präsidentin von Taiwan telefonierte, flippten das mediale Establishment aus, weil das Kommunistische China ja etwas dagegen haben könnte. Mit Castro oder dem Ayatollah telefonieren wäre sicherlich ok gewesen.

Und wie schon beim Brexit, würde natürlich auch die Börse unter Trump in tiefste Turbulenzen stürzen. Tatsächlich ging es der Wall Street blendend. Nun war das aber auch wieder nicht recht, denn plötzlich bekrittelte man, Trump hole einen Goldman-Sachs-Manager ins Weiße Haus. Bei Clinton hätte man darüber sicherlich auch Schnappatmung bekommen, nicht? Die Wahrheit ist eben eine Tochter der Zeit – vor allem für jene Journalisten, die Trump jahrzehntelang mit ihrem Wohlwollen überhäuften, ihn abfeierten und sich alle zehn Finger abschleckten, wenn sie eine Party-Einladung bekamen. Falsche Freunde, die ihn unvermittelt als Sexisten, Rassisten, Xenophoben, Islamophoben usw. usf. erkannten, als er gegen Hillary Clinton antrat.

„The Donald“ wird das alles aushalten. Er hatte ein schillerndes Leben wie kaum jemand auf diesem Planeten, gekrönt mit dem gewichtigsten öffentlichen Amt der Welt. Er hat einen der unwahrscheinlichsten Wahlkämpfe aller Zeiten für sich entschieden, obwohl er Politik wie ein Hobby betrieb. Ja, Donald Trump der Schröckliche hat dabei tatsächlich manchen Schrecken verbreitet. Aber er hat auch große Hoffnungen geweckt. Und er weiß, dass er jetzt liefern muss, denn Riesenprobleme waren darauf, gelöst zu werden. Die Republikanische Partei hat die einmalige Chance, das Land nun zum Besseren zu gestalten – auch gegen den Widerstand der Mainstream-Medien.

Donald Trump ist daran zu messen, ob dies gelingt. Wünschen wir ihm Erfolg!

Buchrezensionen

Jean Raspail: Das Heerlager der Heiligen

Von Malte Eikmeier

Keine andere literarische Neuauflage – das Werk wurde 2015 von Martin Lichtmesz für den Verlag Antaios neu ins Deutsche übersetzt – hat die Feuilletons so gespalten und den Blätterwald in Aufruhr versetzt wie Das Heerlager der Heiligen. So nannte etwa der Tagesspiegel, exemplarisch für die Verteidiger der genehmen Belletristik, das Buch in seiner Rezension eine „ideologisch überladene Dystopie“ und suchte seine Leser vor diesem „xenophoben und rassistischen Szenario“ zu warnen. Auch solche Kommentare trugen ihr Scherflein bei, das Buch zeitweilig auf Platz 1. der Bestsellerliste zu befördern. Doch nehmen wir uns die Zeit und betrachten wir das Heerlager der Heiligen noch einmal nüchtern und im Nachhinein zu den emotional aufgeladenen „Refugee-Welcome“-Jahren 2015 und 2016.

Das schon im Jahre 1973 erstaufgelegte Buch von Jean Raspail nimmt den Leser zu Beginn mit in eine Villa an der Côte d’Azur, in die Residenz des emeritierten Literaturprofessors Calguès. Calguès schaut hinab auf die ansonsten malerischen Strände zwischen Nizza und Saint-Tropez. An normalen Tagen sind sie gefüllt von gebräunten, schönen und jungen Menschen. Doch an diesem Osterwochenende fällt sein Blick auf die Vorhut einer anderen Welt, die an die Tore des Wohlstands pocht. „An diesem Ostersonntagabend belagern achthunderttausend Lebende und Tote friedlich die Grenzen des Abendlandes.“ Was folgt, ist eine visionäre Abrechnung Raspails mit der Elitenallianz aus Kirche, Politik, Medien und NGOs in drei Akten.

Die im ersten Akt beschriebene Ab- und Irrfahrt der „Armada der letzten Chance“ wird auch für die heutigen Granden der Zivilgesellschaft zum entlarvenden Moment. Wem kommt kein Politiker in den Sinn, wenn man Raspails „gebügelte Silberzungen“, deren Hirne bei jeder Gelegenheit „eine süße Sahne ejakulierten“, präsentiert bekommt? Das Volk wird von ihnen genauso betrogen wie durch „die große Hure der Massenmedien“. Beide suchen die drohende Gefahr herunterzuspielen, passen sich widerstandslos den neuen Gegebenheiten an und arrangieren sich. Sie predigen und fordern im Verlauf der Odyssee der 100 Schiffe zählenden Armada die Entstehung einer Willkommenskultur in der Bevölkerung. Mit gutem Beispiel gehen auch die kirchlichen Vertreter voran, welche der Autor in Form von mitleidigen Kirchenleuten, den „Condottieri der Heiden“, und einem sich im moralinbesoffenen Rauschzustand befindenden Papst, der in einer an Selbstaufgabe erinnernden Bescheidenheit auf einem Strohthron Platz nimmt, beschreibt.

Im zweiten Akt des Dramas beschäftigt sich der Autor mit der absehbaren Ankunft der „Armada der letzten Chance“ und den hierdurch ausgelösten panikartigen Reaktionen aller Seiten, mit einer Regierung, die sich der Loyalität ihres Militärs nicht mehr sicher sein kann und die deshalb Tests veranstaltet, um die „Festung Europa“ vor der näherkommenden Flotte aus hunderttausenden hungernden, kranken und verzweifelten Indern unter der Führung eines verkrüppelten Kleinkindes zu beschützen. Auf der anderen Seite verfallen Medienvertreter und die sogenannten „Eliten“, bestehend aus Musikern und Filmsternchen, in einen humanitären Rauschzustand und schließen sich der Selbstaufgabebewegung der Kirchen an, um die armen Brüder aus dem Osten mit offenen Armen zu empfangen. In der verarmten und farbigen Unterschicht Frankreichs beäugt man die nahende Ankunft mit stiller Freude, sie sieht in ihr ein Fanal für den revolutionären Sturz des weißen Kontinents durch die neuen Ankömmlinge.

Der finale Akt bringt uns wieder zurück zur Villa auf dem Hügel an der Côte d’Azur, wo der Professor weintrinkend auf die gestrandete Flotte und die inzwischen verlassenen Häuser blickt. Die ehemals ruhmreiche Armee ist vor der Flut an ausgemergelten Körpern geflohen, die an Gespenster erinnernden Massen marschieren ohne großen Widerstand durch die Lande und plündern die Kornkammern und ehemals goldenen Städte des an seiner eigenen Dekadenz zugrunde gegangenen Westens. Zeitgleich steht am Amur-Fluss ein einziger sowjetischer General den chinesischen Migranten gegenüber, während in New York die Underdogs damit beginnen, sich die Wohnungen der reichen, weißen Mittelklasse zu nehmen.

In der Villa auf dem Hügel an der Côte d’Azur haben sich hingegen die letzten Vertreter der gewesenen Gesellschaft aus konservativen Mönchen, Nationalisten, Soldaten, Politikern, Adligen und dem alten Professor verschanzt. Sie, die letzten Verteidiger des alten Westens, erwehren sich ihres Lebens in einem mittelalterlichen Wehrdorf gegen die waffenlosen Invasoren. Bezeichnenderweise wird ihr verlorener Posten, das letzte Loch des Abendlandes, erst mit der Bombardierung durch die eigenen Leute, vertreten durch das neue Pariser Regime, beendet, während in den anderen Städten Rassenaufstände ausbrechen, denen man aber kaum einen Widerstand entgegensetzt.

Das Heerlager der Heiligen endet mit Gerüchten über weitere Flotten, die aus Indonesien und Südamerika in Richtung Europa aufgebrochen sind, um die weitere Zersetzung voranzutreiben und das alte Europa endgültig hinwegzufegen. Rien ne va plus.

Das war’s.

Kommentare

Fake News?

Von Jörg Mayer

Die klassischen Medien – Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender – sie waren einst die vierte Gewalt im Staate. Sie kontrollierten, berichteten, hinterfragten. Doch dann kam die digitale Revolution: Neue, alternative und soziale Medien brachen die alten Monopole auf und stürzten die Gatekeeper. Der letzte Rückhalt der Mainstream-Medien? Die spendablen Taschen des Staates, für dessen eingesessene Oligarchien sie seitdem Hofberichterstattung betreiben. Nie wurde das so deutlich wie im vergangenen Jahr.

Nein, 2016 war für die Medien kein Jahr wie jedes andere. 2016 zeigte uns die Medien nackt. Das ganze Potemkin’sche Dorf des ach so seriösen und kritischen Mainstream-Journalismus ist in diesem Jahr in sich zusammengekracht. Die jüngsten Versuche, die für immer mehr Menschen zugänglich gewordenen neuen, alternativen und sozialen Informationsquellen nun als Verbreiter von Fake News zu verdammen, entlarven sich als das wilde Um-sich-Schlagen eines schon aus allen Wunden verblutenden Riesen. Fake News – so wurde immer mehr Bürgern bewusst – sind vielmehr jene Nachrichten, die von den Mainstream-Medien selbst, mit erhobenem Zeigefinger und bebender Stimme, verbreitet werden, wenn sie zur volkspädagogischen Märchenstunde ausrücken.

Der Glaubwürdigkeitsverlust der MSM vollzog sich im vergangenen Jahr umso gründlicher, weil er an Einzelereignissen kulminieren konnte, bei denen der Spin der Medien und die nackte Wirklichkeit allzu deutlich und schon für jeden erkennbar nicht mehr übereinstimmten. Zu diesen Ereignissen zählten etwa die von den Medien tagelang verschwiegenen sexuellen Massenübergriffe in der Kölner Silvesternacht, die Aufrichtung einer veritablen Diktatur in der von Medien und Politik ad nauseam hofierten Türkei, die Abstimmung über einen EU-Austritt in Großbritannien, die Wahl Donald J. Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten sowie die konzertierte Kampagne des gesamten politisch-medialen Establishments in Österreich gegen den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer.

Kampfzone Online-Journalismus

Selbst einstmals seriöse Nachrichtenportale haben 2016 gezeigt, wie weit sie mittlerweile abgeschmiert sind. Einer ihrer größten Fehler: ihre Online-Auftritte in die Hände selbstverliebter linker Meinungsjournalisten zu legen, die billiges Clickbaiting gegen alle kritischen, rechten Meinungen betrieben, und dabei zu verkennen, dass Medien zunehmend an der Qualität ihres Online-Auftritts gemessen werden. Nicht von ungefähr hagelt es mittlerweile in den sozialen Medien, so auf Facebook, aber noch ausgeprägter auf Twitter, geradezu ununterbrochen fundierte bis polemische Kritik an den reißerischen, unseriösen und tlw. auch verfälschten Nachrichteninhalten, die täglich verbreitet werden. Immer öfter werden Falschmeldungen der MSM schon nach wenigen Minuten bloßgestellt, aufmerksame User decken die Agenda der einzelnen Journalisten auf, Enthüllungsplattformen zeigen die Verstrickungen von Medienmachern und Parteipolitik. Die Zeit der medial gelenkten Demokratie, in der Medienkonzerne darüber bestimmten, welche Informationen dem Volk zugespielt werden und welche nicht, nähert sich rasant ihrem Ende – und damit auch die ungeheure Machtposition der Medien selbst.

Michael Bärnthaler hat 2016 einen wunderbaren Text geschrieben, in dem der erste Absatz ironisch lautet: „Es ist leicht, sich überlegen zu fühlen. Wenn man gebildet und gut informiert ist, ist es leicht, die Sorgen und Ängste vieler Journalisten nicht ernst zu nehmen, sie als irrationale Ressentiments abzutun. Trotzdem ist es falsch. Wir müssen die Ängste der Journalisten ernst nehmen.“ Und er hat ganz Recht damit. Denn die MSM wissen selbst, dass ihre sogenannten „Nachrichten“ zunehmend nicht mehr ernstgenommen werden. Schon eine 30-Sekunden-Suche auf Google nach Originalquellen kann heute ja mitunter eine noch so großspurige Behauptung widerlegen. Und selbst die Auslands-Korrespondenten sind längst unnütz geworden, denn wozu sollte jemand einem „Bericht“ auf Spiegel Online noch Glauben schenken, wenn er kraft Englischkenntnissen via Youtube direkt hören kann, was Politiker X nicht angeblich gesagt hätte, sondern was er wirklich gesagt hat – in seinen eigenen Worten, in voller Länge und nicht aus dem Zusammenhang gerissen.

Kein Wunder also, dass man aus der gewohnt obrigkeitlichen Bundesrepublik Deutschland schon hört, wie gefährlich diese ganze Entwicklung sei, ja dass es besonders im Wahlkampf darauf ankommen wird, „falsche Meinungen“ zu unterbinden. Über eine diesbezügliche Kontrollbehörde wird schon eifrig nachgedacht. Es mag bitter stimmen, wie offen in Deutschland 2017 über die Wiedereinführung der Zensur gesprochen wird. Andererseits ist eine freiheitliche Gesellschaftsordnung historisch betrachtet ohnehin je die Ausnahme, nicht die Regel gewesen.

Informationsfreiheit, ein Menschenrecht

Will man alles auch immer so genau wissen? Etwa, dass Anis Amri, der nach seinem Mord an einem polnischen LKW-Fahrer noch zwölf Besucher eines Christkindlmarktes in Berlin totgefahren hat, schon in Tunesien 2010 einen LKW gestohlen hatte, außerdem 2011 wegen Brandstiftung und Körperverletzung angezeigt worden war, die Jahre 2012 bis 2015 in sechs italienischen Gefängnissen verbrachte und dort erneut durch Vandalismus und Gewalttätigkeit auffiel, daraufhin 2016 in Deutschland mit Drogenhandel, Versuch der illegalen Beschaffung von Waffen und Planung von Anschlägen zubrachte und dennoch, obwohl polizeibekannt, seelenruhig weiter herumlaufen durfte? Alles Informationen, die uns doch eher beunruhigen könnten. Die einen hinterfragen lassen könnten, warum unsere Regierungen so viel Energie darauf verwenden, jeden dahergelaufenen Migranten zu alimentieren, und gleichzeitig so wenig Interesse daran zeigen, unsere Heimat zu beschützen.

Dank den neuen, alternativen und sozialen Medien lassen sich diese Informationen jedenfalls heute nicht mehr zurückhalten. Die Information findet einen Weg. Damit werden endlich jene Berufsjournalisten überflüssig, die nur mehr als Pagen der Regierenden auftreten, die Menschen am liebsten bevormunden wollen und gern noch den Ausgang von Wahlen vorherbestimmen würden, die kritische Stimmen in das Eck des Verächtlichen stellen, jede noch so gut belegte Enthüllung von Seiten wie Wikileaks geflissentlich totschweigen und uns gleichzeitig jeden Stuss aus einem grünen Parteibüro als Neuerfindung des Rades anpreisen. Die Konsumenten haben diesen Journalismus lange schon satt. Die Leserzahlen der MSM sinken, ihre Einnahmen brechen ein, Mitarbeiter werden abgebaut, der Kuchen wird kleiner. Wer nun aber existenzielle Angst hat, verliert die Fähigkeit zur Rationalität.

In diesem Zustand des Post-Faktischen befinden sich die MSM, und ihr Gerede von sich selbst als „Qualitätsmedien“ und ihrer ach so wichtigen demokratischen Funktion wirkt immer bemühter. Denn der Raum hinter der großen Kulisse ist gähnend leer, es steckt nichts dahinter. Nie ist das so schnell so vielen Menschen bewusst geworden wie im vergangenen Jahr, und die Konsumenten sind es leid, weiter mit Clickbait-Journalismus und pseudo-moralischen Belehrungen abgespeist zu werden. Genau das wollen sie nicht. Sie wollen stattdessen informiert werden über die Welt, so wie sie ist. Sicher, die Freiheit des Informationsflusses birgt auch problematische Seiten, mit einer solchen Fülle an Nachrichten und ihren mannigfaltigen Spins umzugehen ist schwierig. Doch die Alternative dazu wäre der Totalitarismus, dass eine staatliche Instanz darüber entscheidet, was wahr und was falsch ist – ein Alptraum.

Die Freiheit des Informationsflusses hingegen ist gerade kein Alptraum, nicht für die Bevölkerung. Sie ist eine riesige Chance für uns, sie macht aus Untertanen Bürger, sie verschafft den Massen Gehör und eröffnet den gebildeten Schichten neue Wege, um zu lernen, sich auszutauschen und weiterzubilden. Gut so.