JA!

Von Nicole di Bernardo

Fähigkeiten, die ein Journalist besitzen sollte: Einfühlungsvermögen, Spürsinn für aufregende Geschichten, detektivische Fähigkeiten und schlagfertige Argumente.

All jene Herren, die in einer Beziehung leben (oder eine hinter sich haben) können bestätigen, dass jede Frau – zumindest in einer mehr oder minder ausgeprägten Form – diese Eigenschaften besitzt.

Sie wissen genau, wann der Partner versucht eine Lüge aufzutischen. Sollte eine Frau nur den kleinsten Verdacht hegen, dass irgendetwas im Argen liegen könnte und der angetraute Göttergatte etwas verheimlicht, entwickelt das weibliche Geschlecht die Möglichkeit, Dinge ans Tageslicht zu befördern, die NSA, FBI und einen jeden Journalisten neidvoll erblassen lassen.

Und sollte der Partner seinen Fehler oder eine Lüge nicht sofort zugeben und eine angemessene Entschuldigung parat halten, zwingt ihn spätestens die ausgesprochen gute weibliche Argumentationslinie zur Kapitulation.

Liebe Männer, wer will da noch behaupten, Frauen seien nicht die geborenen Journalisten?

 

 

NEIN!

Von Jörg Mayer

Die folgenden Zeilen sind in liebender Erinnerung der Kunstform des Mansplaining gewidmet: Liebe Frauen, nein ihr solltet keine Journalistinnen werden.

Warum? Einerseits weil mit Cathrin Kahlweit, Colette Schmidt und Christa Zöchling die Spitze des journalistischen Olymps schon erreicht ist. Andererseits weil „Ich will was mit Medien machen!“ mit Emanzipation nichts zu tun hat.

Nun ist auch gegen Kontemplation an sich nichts einzuwenden, nur können Frauen, anstatt sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen hochzuschreiben (und damit doch ein sehr weibliches Rollenmuster zu erfüllen), mittlerweile als Bauingenieurinnen, Chefärztinnen und Pilotinen sehr emanzipiert Karriere (und auch Geld) machen. Worauf wartet ihr? Wir Männer legen unser Schicksal gern in eure Hände.

Daran haben wir uns nämlich schon gewöhnt, seit Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Anne Wizorek und Anetta Kahane für uns an der lebenswerten Gesellschaft der Zukunft basteln. Denn spätestens nach Hillary Clintons Wahlsieg wird auch das letzte bisschen Machismo des weißen Mannes bald zu den schönen, aber überwundenen Ewiggestrigkeiten zählen.

Dann wiederum bleibt uns genauso wie Donald Trump nur mehr die Kontemplation. Und dagegen ist ja auch nichts einzuwenden – mit oder ohne Mar-a-Lago.